„Historische und Selbst-Anamnese im Gespräch über Texte: ist das eine Chance für die interkulturelle Kommunikation? Sich selbst nicht psychologisch, sondern historisch-hermeneutisch als ungleichzeitig geschichtetes Subjekt, aber immer noch als Subjekt anderen gegenüber zu erklären, wäre sicherlich in der unmittelbaren Kommunikation fast unmöglich. Aber die Textobjektivation, oder besser, eine Reihe von Textobjektivationen so deuten, daß man sich einerseits als zugehörig versteht, und zwar wirkungsgeschichtlich wie mentalitätsgeschichtlich, und andererseits die tatsächlichen, aber auch die bloß gewünschten Distanzen verdeutlicht, das ist möglich und hilft kollektive Stereotypien und Vorurteile abbauen. Aber das setzt ausbalancierte individuelle und kollektive Identitäten voraus, die wir Deutsche bestenfalls über komplexe Theorien erringen oder infragestellen können.”